4. August
Wir wollten Richtung Norden, so viel stand fest. Ich wollte noch mal rüber an die Pazifikküste, weil ich noch gar nicht im Meer schwimmen war und Christina wollte über die Interstate 5 gleich hoch und am liebsten sofort nach Seattle.
Nun ja, gemacht haben wir was komplett anderes.
Wir sind zuerst wieder über die „Bridge of the Gods“ und auf die Straße 14. Ich hatte immer noch fürchterliche Kreuzschmerzen und hatte mein Kissen vergessen… Ja, ich musste mir mein Kopfkissen ins Kreuz stopfen um überhaupt fahren zu können… Jedenfalls hatte ich das vergessen und bin dann bei nächster Gelegenheit abgebogen um anhalten zu können. Welch ein Glück, dass ich so vergesslich bin.
Der Weg führte direkt zu einem Staudamm und die morgentliche Sonne hat uns ein wunderschönes Schauspiel beschert. Und wir mussten das nur mit einigen Anglern und einem Bauarbeiter teilen. Keine Touristen ausser uns.



Wir sind dann auf die Interstate gefahren und nach einer Weile war dann ein Besucherzentrum für den Mt. St. Helens angeschrieben. Ja, ich liebe Berge… und so mussten wir natürlich erst mal dorthin fahren in der Hoffnung schon mal was zu sehen.

Leider war es aber zu diesig. Im Reiseführer stand aber, dass man sich unbedingt den 13 Minuten langen Film über den Ausbruch des Mt. St. Helens im Mai und Juni 1980 anzusehen. Das haben wir gemacht und es hat sich wirklich gelohnt. Der Vulkan ist so heftig ausgebrochen, dass er 300m an Höhe eingebüßt hat und seine Gletscher geschmolzen sind. Und zwar so schlagartig, dass 1 Billion Liter Wasser die Umgebung verwüstet haben. So viel Wasser wie die kompletten USA an einem Tag verbrauchen. Beides ist der Wahnsinn, oder?



Wir haben dann im Visitor Center erfahren, dass die Straße bis zum Johnston Ridge Observatory führt, und dass man von dort eine sehr gute Sicht in den Vulkankrater haben sollte. UND das der Weg dort hinauf nur etwa 90min dauern sollte. Tja und wie gesagt bin ich ja ein Berg Fan… oder auch Vulkan Fan und so sind wir dann dort hinauf gefahren. Es hat sich gelohnt!!! Sehr gelohnt. Die Aussicht war grandios! Und die Fotos sind auch gut geworden. Es wäre äusserst schade gewesen wenn wir den Mt. St. Helens ausgelassen hätten.



Danach hätten wir es weder bis an die Küste noch bis nach Seattle geschafft und so haben wir in unserem KOA-Campground-Katalog geblättert… und fanden den KOA bei Chehalis ganz gut gelegen. Ausserdem stand dort ganz groß „NEU“, so dass wir uns auf neue, gute und hoffentlich saubere Sanitäreinrichtungen gefreut haben. Wir mussten noch eine ganzen Weile fahren und haben auf der Interstate immer schön brav Ausschau nach einem Schild gehalten. Bisher war nämlich jeder KOA bereits einige Meilen vorher ausgeschildert gewesen…
Tja… Nichts… musste also noch so neu sein, dass sie es noch nicht mal geschafft hatten Schilder aufzustellen… Unser Navi wusste nicht, dass der Highway 12 zur Ortschaft Chehalis gehört… und so sind wir dann halt nach Karte und Beschreibung gefahren… Und immer noch keine Schilder… so langsam kam uns das seltsam vor… Dann war der Lewis und Clark Statepark ausgeschildert… und irgendwie mussten wir zu weit gefahren sein. Wir haben also gedreht und sind wieder zurück zur Ortschaft… und haben gefragt! Der KOA ist vor einiger Zeit geschlossen worden. Die Tankstelle nebendran wurde geschlossen und danach auch der KOA. Von wegen „NEU“… „WEG“ wäre passender gewesen.
Wir sind also kurzer Hand in den Statepark gefahren. Der war ganz ok. Nicht zu teuer, relativ sauber, recht ruhig, MITTEN im Wald, und ohne Strom oder Handyempfang.
Seit einiger Zeit hat ja unser Kühlschrank schon nicht mehr ganz richtig funktioniert… aber jetzt war’s vorbei. Er wollte nicht mehr kühlen. Nachdem wir gekocht und gegessen hatten viel mir dann ganz siedend heiß ein, dass ein Cooler ja auch kühlen könnte… Mensch, man merkt, dass ich schon lange im Urlaub bin… Probleme lösen für verschlafene… Ich hatte ganz zu Anfang eine Kühlbox gekauft in der wir unsere Kekse und Cornflakes und den ganzen Kleinkram verstaut hatten, damit nicht alles im Auto umherfällt… Tja… und Kühlboxen können ja kühlen, sofern man EIS hineinlegt… Ich bin also um kurz nach 8 losgefahren um an der nächsten Tankstelle 3 Säcke Eis zu kaufen… So haben unsere Milch, die Butter und der Käse wenigstens eine kleine Überlebens-Chance.